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  • ⋅   Was bedeutet „long Bow“ / „medium Bow“ / „short Bow“?

    Ich werde häufig gefragt, was der Unterschied zwischen long-Bow, medium-Bow oder short-Bow ist.

    SELMER hat immer (und tut es heute noch) die aktuellen Baureihen weiter entwickelt und größere oder kleinere Veränderungen in die Produktion einfließen lassen. So wurden auch beim Mark VI in der gesamten Bauzeit diverse Weiterentwicklungen umgesetzt.

    Zunächst aber, was heißt „Bow“. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet „Bogen“, oft auch „Knie“ genannt. Gemeint ist damit der untere Bogen, der den Korpus unterhalb der D-Klappe mit dem Schallbecher verbindet. Die Verbindung zwischen Korpus und Knie (bzw.Bogen) ist gesteckt und abgedichtet und mit einer verschraubten Schelle verbunden, sodaß das Knie mit dem Schall-becher einfach vom Korpus getrennt werden kann (ebenfalls eine Entwicklung von SELMER, die ab der Modellreihe „Super Action“ (oder Super Balanced Action) angewendet wurde). Das Knie ist oberhalb der C#-Klappe mit dem Schallbecher fest verlötet.

    Das Tonlochnetz eines Saxophons, also die Größe und Anordnung der Tonlöcher, ist größtenteils für die Stimmigkeit (Intonation) verantwortlich (das nur als ganz kurze Erläuterung!). Du kennst das vom Stimmen Deines Saxophons: je länger die Schallröhre, je tiefer die Stimmung.

    Die Problematik, dass die Töne des oberen Registers meist zu hoch sind, wenn Töne des Tiefen Registers gut stimmen, hat SELMER versucht mit unterschiedlich langen Bögen auszugleichen. Die Gesamtlänge der Schallröhre wurde also verändert und die Intonation dementsprechend verändert.

    Hier eine Übersicht der verschiedenen Bogen-Bauweisen bei der Baureihe Mark VI Altsaxophon: (Ausnahme: das Sondermodell mit tief-A)

    – short Bow (kurzes Knie) wurde seit Beginn der Baureihe Mark VI, ca. Seriennr. 54xxx bis ca. 74xxx
    – medium Bow (mittellanges Knie), ca. ab 72xxx bis ca. 87xxx
    – long Bow (langes Knie), ca. ab 87xxx bis ca. 135xxx
    – medium Bow (mittellanges Knie) dann wieder ab ca. 135xxx bis zum Ende der Baureihe Mark VI

    Alle der o.g. 3 Typen haben Vor- bzw. Nachteile: die short-Bows stimmen unten und in der Mitte gut, sind jedoch oben zu hoch. Die medium-Bows stimmen unten und in der Mitte gut und sind oben etwas zu hoch. Die long-Bows sind unten etwas zu tief, die Mitte stimmt gut und oben stimmen sie recht gut. Die long-Bows klingen im unteren Bereich für mich etwas „tenörig“, was manche Spieler*Innen gerne mögen.

    Durchgesetzt hat sich der medium-Bow-Typ, vielleicht, weil diese Bauart am homogensten ist, daher ist SELMER nach der long-Bow-Bauart wieder zur medium-Bow-Bauart zurückgekehrt.

    Nach unserer Erfahrung ist es aber immer auch eine Frage des Spieler-Typs: es gibt Spieler *Innen, die kommen am besten mit den medium-Bow-Altos klar, manche eben aber auch mit den long-Bows oder den short-Bows.

    Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Geschmäcker, unterschiedliche Saxophone!