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  • ⋅   Welche Baureihe ist die beste?

    Die Frage wird häufig gestellt, ist aber nicht einfach zu beantworten.

    SELMER hat das Saxophon ständig weiter entwickelt. Mehr als jeder andere Hersteller auf der Welt. In den meisten Fällen war die Nachfolge Serie dem Vorgängermodell überlegen. Manchmal standen die mechanischen Details im Vordergrund, manchmal war das akustische Design die wichtigste Veränderung. Jedenfalls wurde schon immer hinter verschlossenen Türen geforscht, konstruiert, getüftelt und ausprobiert, begleitet von einem Beraterstab hauptsächlich aus dem Umfeld der Pariser Konservatorien. Das ist auch heute noch so.

    Es ist unübersehbar, dass sich viele Hersteller immer wieder an den Innovationen von SELMER orientiert haben, teilweise wurde einfach schamlos kopiert, teilweise nur leicht modifiziert, aber die Ideen der französischen Schmiede haben sich immer durchgesetzt und den Standard definiert.

    Wir können mit großer Sicherheit sagen, dass seit der Einführung des Balanced Action Modells im Jahr 1936 im Hinblick auf die Spieleigenschaften ausnahmslos großartige Instrumente gebaut wurden. Das Manko der Inline Bauweise – (die Front-Tonlöcher der linken Hand und die der rechten Hand sitzen exakt in einer Reihe – manche Spieler kommen damit nicht gut zurecht, weil exzessives Spielen bei dieser Mechanik Gelenkschmerzen verursachen kann – vergleichbar mit der Bauweise amerikanischer Saxophone teilweise bis in die 70er Jahre) wurde mit dem Super Balanced Action im Jahr 1948 beseitigt, seither stimmt auch die Ergonomie perfekt und ermüdungsfreie Spielfreude ist uneingeschränkt garantiert. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Offset Bauweise angewendet, die Front Tonlöcher für die rechte und linke Hand liegen etwas versetzt und passen sich so der natürlichen Handhaltung an – vergleichbar mit modernen PC-Tastaturen, die in der Mitte geteilt sind.

    An anderer Stelle haben wir bereits geschildert, dass sich die Instrumente im Lauf der Jahre verändern, sowohl klanglich als auch hinsichtlich des Ansprache-Verhaltens. Dazu kommen die ebenfalls geschilderten Einflüsse bezüglich Finish usw. Es wäre hoch interessant, jedes Modell der bewegten Geschichte einmal als fabrikneues Instrument in der Hand zu halten. Dieser Vergleich ist natürlich nicht möglich.

    Durch die individuellen Umstände, die jedes Saxophon durchlebt hat, sind daher Kategorisierungen nicht oder zumindest nur sehr grob möglich und auch nicht wirklich sinnvoll. Es gibt nicht den typischen Mark VI oder Balanced Action Sound. Jedes ist ein wenig anders. Wir haben oft genug Kunden bei uns gehabt, die nach einem konkreten Modell, manchmal sogar auch mit Seriennummer gefragt haben (z.B. „ich suche nach einem 86xxx er Mark VI Tenorsaxophon…“) die dann mit einem Balanced Action, Super Balanced Action oder Mark VI eines völlig anderen Seriennummern-Bereichs sehr glücklich waren.

    Auch deshalb ist anspielen, in der Hand halten, fühlen, hören und vergleichen der einzig sinnvolle Weg auf der Suche nach Deinem ganz persönlichen SELMER Saxophon!